WLL: Die Plusnet-Antwort auf weiße Flecken

Plusnet bietet WLL zur Standort-vernetzung, für Back-up-Lösungen und für die letzte Meile. Bild: © kentarcajuan / E+ / Getty Images
Plusnet bietet WLL zur Standort-vernetzung, für Back-up-Lösungen und für die letzte Meile. Bild: © kentarcajuan / E+ / Getty Images

Überall dort, wo ein regulärer, kabelgebundener Internetanschluss nicht möglich ist, kann WLL für modernste Telekommunikationsmöglichkeiten sorgen. Plusnet bietet diese für viele Unternehmen und Behörden unverzichtbare Richtfunktechnologie schon seit 20 Jahren nahezu bundesweit an. Eine ausgereifte, leistungsstarke und sichere Access-Technologie. Plusnet-Kunden können zahlreiche Module hinzubuchen. So wird aus dem WLL-Anschluss eine umfassende Kommunikationslösung.

Für Plusnet verbindet sich mit WLL eine echte Erfolgsgeschichte. Als derzeit einziger Carrier verfügen wir über ein nationales Richtfunk-Access-Netz in den wichtigsten 42 Ballungszentren und etlichen ländlichen Regionen Deutschlands mit rund 160 Basisstationen und über 1.000 Funkstrecken. Zu unseren Kunden zählen zahlreiche Logistikunternehmen, Banken oder Versicherungen. Aktuell bauen wir unser WLL-Portfolio erheblich aus, indem wir das Bandbreiten-Angebot erhöhen. Für einen Großkunden bauen wir gerade 15 weitere WLL-Funkstationen auf.

Das WLL-Team von Plusnet umfasst Consultants, Funkplaner und Projektmanager und nicht zuletzt Techniker, die unsere WLL-Lösungen entwickeln und gemeinsam mit externen Fachbetrieben in Projekten vor Ort umsetzen.

Was ist WLL? Was versteht man unter Richtfunk?

WLL steht für Wireless Local Loop und heißt übersetzt so viel wie „kabelloses Zugangsnetz“ oder Internet per Funk. Bei WLL wird die Datenübertragung mit einer Funkanbindung realisiert - statt über Kupfer oder Glasfaser.

Im Unterschied zu anderen Funktechnologien werden die Funkwellen zielgerichtet übertragen. Mit Hilfe energiebündelnder Antennen werden sie zusammengefasst und in einem Strahl zu einem anderen Standort gesendet. Daher auch die deutsche Bezeichnung „Richtfunk“ – im Gegensatz zur Rundstrahlung der Sendeenergie zum Beispiel bei Radiodiensten („Rundfunk“).

Richtfunk ist Sichtfunk. Die Antennen werden daher in der Regel auf Dachflächen oder außen an Gebäuden errichtet. Dabei sollte es sich um einen Turm oder ein hohes Haus handeln. Dass stets eine direkte Sichtverbindung zwischen dem Sender und allen Empfängern sichergestellt sein muss, stellt tatsächlich die größte Herausforderung bei der Realisierung der WLL-Anbindung dar. Für die Implementierung muss daher stets die Sichtverbindung der kommunizierenden Antennen überprüft werden. (Line-of-Sight-Check, LoS).

Standortvernetzung oder Überbrückung der letzten Meile

Wichtig zu wissen: Es gibt drei Varianten von WLL - Point-to-Point (PtP), Directline und Point-to-Multipoint (PMP):

  • Point-to-Point (PtP): Bei einer Punkt-zu-Punkt-Verbindung werden die Daten über eine Distanz zwischen zwei Punkten übertragen – was sich zum Beispiel bei der sicheren Vernetzung von Unternehmensstandorten oder bei Back-up-Lösungen anbietet. Der Kunde erhält eine dedizierte Funkstrecke vom Kundenstandort zu einer WLL-Funkstation. Mit Point-to-Point-Richtfunk lassen sich hohe Bandbreiten bis zu 1 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) realisieren.

  • Directline: Wird eine PtP-Richtfunkverbindung zwischen zwei Standorten ohne Nutzung von WLL-Funkstationen aufgebaut, spricht man von Directline. Damit lassen sich sogar Bandbreiten bis zu 10 Gbit/s realisieren. Üblicherweise werden damit Gebäude auf großen Firmenstandorten vernetzt. Die maximale Reichweite beträgt drei Kilometer.

  • Point-to-Multipoint (PMP): Der Punkt-zu-Mehrpunkt-Richtfunk wird zur zentralen Vernetzung mehrerer Standorte eingesetzt. Hier nutzt der Service-Provider – zum Beispiel Plusnet – die Infrastruktur von Funktürmen und installiert dort eine Antenne, die als Funkstation mehrere Einzelteilnehmer in einem Bereich versorgt. Die PMP-Technik wird für die kleineren Bandbreiten bis 100 Mbit pro Sekunde genutzt. Typisches Einsatzgebiet ist das Überbrücken der "letzten Meile" von der Datenautobahn zum Hausanschluss: Eingesetzt wird dies dort, wo der Highspeed-Ausbau per Kupferleitung oder Glasfaser nicht ausreicht – also in vielen ländlichen Regionen und häufig auch in Gewerbeparks. Dort stellt WLL oft die einzig mögliche Highspeed-Technologie dar.

Ausgereift, ausfallsicher, breitbandig – WLL bietet viele Vorteile

WLL ist eine ausgereifte Technologie. In den 1930er-Jahren entwickelt und zunächst militärisch genutzt, wurde Richtfunk seit den 1950er-Jahren für die TV-Einspeisung und schließlich für die Anbindung von Mobilfunkmasten (D- und E-Netze) eingesetzt. Aufgrund dieser jahrzehntelangen Erprobung und Weiterentwicklung weisen WLL-Anlagen eine sehr hohe Verfügbarkeit auf und lassen sich hervorragend für Backup-Konzepte einsetzen. Aufgrund der Strahlenbündelung werden über Richtfunk hohe Bandbreiten realisiert, gleichzeitig ist die Elektrosmog-Belastung gering.

  • Ausfallsicherheit: Richtfunkstrecken nutzen sichere, proprietäre Übertragungsverfahren. Sie können zusätzlich verschlüsselt und durch Firewalls und VPN abgeschirmt werden. Somit bietet WLL einen hohen Schutz gegen Angriffe von außen. Zudem ist die WLL-Hardware jahrzehntelang erprobt und funktioniert stabil. Beim Signaltransport gibt es nur wenige Verknüpfungspunkte, was das Ausfallrisiko ebenfalls deutlich minimiert. Die Strahlenbündelung ermöglicht auch, dass mehrere Richtfunkverbindungen im selben Gebiet betrieben werden können, ohne dass sie sich gegenseitig stören. Wetterbedingte Ausfälle lassen sich durch Funkfeldreserven weitestgehend verhindern, indem etwa bei Starkregen die Sendeleistung flexibel erhöht wird.

  • IP-Safety durch Medienredundanz: Immer mehr Unternehmen gehen auf Nummer sicher und nutzen eine parallele („redundante“) Access-Infrastruktur. Damit schützen sie sich gegen Schäden in Fällen, in denen ihre Haupt-IP-Anbindung ausfällt. Umso wirksamer ist ein solches Back-up, wenn für die parallele Anbindung ein anderes Medium genutzt wird als beim Hauptübertragungsweg. Die Rede ist von Medienredundanz. Häufig bietet sich eine Kombination von WLL als Hauptmedium und DSL-Access als Zweitmedium an. Aber auch eine Glasfaseranbindung als Hauptanbindung und die WLL-Leitung als Backup ist eine gängige Variante.

  • Highspeed-Datenübertragung: Durch die Bündelung der Funkwellen entfallen die Streuverluste, die bei anderen Funktechnologien entstehen. Damit bietet WLL Highspeed-Geschwindigkeiten: Bandbreiten bis zu 1 Gbit/s sind Standard, höhere Übertragungsraten sind aber realisierbar. In der Directline sind sogar komplette 10-Gbit/s-Funkstrecken möglich.

  • Niedrige Strahlenbelastung: Durch die Strahlenbündelung überbrückt der Richtfunk bei identischer Sendeleistung höhere Distanzen als andere Funktechnologien. Je nach Bandbreitenbedarf kann somit die Sendeleistung geringgehalten und die Strahlenbelastung minimiert werden.

WLL bei Plusnet

Die WLL-Lösungen der Plusnet GmbH stellen eine ideale Basis sowohl für einen hochwertigen Internetzugang als auch für VPN (Virtual Private Network) oder für Voice-over-IP dar. Sie können wunschgemäß für Hauptverbindungen oder als redundante Back-up-Variante eingesetzt werden. Hier einige wichtige Merkmale von Plusnet-WLL:

  • Standortvernetzung, Überbrückung der Meile oder Back-up-Lösung: Plusnet bietet unter dem Namen Plusnet WLL Business alle WLL-Varianten an - zur Überbrückung der "letzten Meile" zwischen dem Kundenstandort und dem Plusnet-Netz, zur Standortvernetzung via PtP oder Directline und für die Erhöhung der Safety durch Medienredundanz.

  • Plusnet-Funkturm in Berlin. Bild: © Plusnet GmbH
    Plusnet-Funkturm in Berlin. Bild: © Plusnet GmbH
    Eigene Frequenzbereiche: Professionelle Richtfunklösungen, wie Plusnet sie anbietet, arbeiten in einem von der Bundesnetzagentur lizensierten Frequenzbereich. Konkret heißt das: Für jede Richtfunkstrecke wird der Plusnet GmbH eine Frequenz zugeteilt, die ausschließlich durch Plusnet genutzt werden darf.

  • Flexible Reichweiten: Mit professionellen Richtfunksystemen können Reichweiten von 20 und mehr Kilometern realisiert werden. Bei Plusnet beträgt die Streckenlänge im Normalfall bis zu 15 Kilometer. Je nach Entfernung wird bei der Planung auf mehrere Frequenzen zurückgegriffen, um auf Wunsch auch höhere Reichweiten zu ermöglichen.

  • Carrier-Class-Technologie: Bei der von uns eingesetzten Technik handelt es sich um „Carrier Class“-Richtfunksysteme der Firma Ceragon Networks Ltd., die auch von Mobilfunk-Carriern für die Vernetzung der Funktürme genutzt werden. Diese Technik zeichnet sich durch eine sehr hohe Zuverlässigkeit aus. Die Anbindung der Funkstationen erfolgt in der Regel ebenfalls per Richtfunk und soweit möglich in redundanter Ausführung. Als Antennenstandorte mietet Plusnet in der Regel Flächen auf Türmen der Deutsche Funkturm GmbH (DFMG) sowie auf Dächern exponierter Gebäude an.

  • Highspeed-Internet: Wir bieten standardmäßig symmetrische Bandbreiten an – angefangen von 2 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) bis 1 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s). Im Bereich der Directline sind auch deutlich höhere Bandbreiten möglich. Plusnet ist außerdem dabei, das Funknetz weiter auszubauen, so dass wir mittelfristig überall zwischen 2 und 5 Gbit/s anbieten können. Bereits umgesetzt ist das in Düsseldorf an drei Stationen.

  • 99,5-prozentige Verfügbarkeit: Die hochperformante Verbindung via WLL ist wie beschrieben besonders ausfallsicher. Die Plusnet-Kunden können mit einer Verfügbarkeit ihrer persönlichen Internet-Anbindung zur Datenübertragung von bis zu 99,5 Prozent rechnen. Dank des Plusnet-Backbones, der Citynetze und unserer eigenen WLL-Techniker können wir schnell und unabhängig reagieren. Installationen, Wartungen, Entstörungen sowie der Austausch von Hardware werden innerhalb kurzer Zeit durchgeführt.

  • Betreuung über alle Plusnet-Vertriebskanäle: WLL-Lösungen von Plusnet werden sowohl über den Plusnet-Direktvertrieb und als auch über Plusnet-Partnerunternehmen angeboten.

Weitere Informationen gewünscht?

Details finden Sie auf der Plusnet-Website unter Corporate Solutions

Oder Sie nehmen direkt über unsere Geschäftskunden-Hotline 0800 77 22 375 mit uns Kontakt auf.

Bodo Plieth
Bodo Plieth

Autor des Beitrags: Bodo Plieth

Schon während seines Studiums der Elektrotechnik an der TU Berlin spezialisierte sich Bodo Plieth (Jg. 1967) auf Hochfrequenztechnik. Als Leiter Funknetze ist der Diplomingenieur seit fast 20 Jahren tätig: Im Jahr 2000 begann er in dieser Funktion bei der Broadnet AG. Als der Internet Service Provider 2007 von der QSC AG übernommen wurde, setzte Plieth seine Tätigkeit unter dem neuen Dach fort. Er blieb dem Unternehmen auch treu, als die QSC AG ihre Telekommunikationssparte in die Plusnet GmbH auslagerte und diese Tochterfirma im Sommer 2019 an EnBW verkaufte. Bodo Plieth arbeitet in Hamburg und lebt in der Nähe von Berlin. Er Ist verheiratet und hat zwei Kinder. Als Hobbies nennt er Garten, Kochen und Skilaufen.