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Next Generation Network
2.0


Autor des Beitrags

Frank Lautenbacher (Jg. 1964) leitet das Competence Center Voice von Plusnet in Köln. Seine Karriere startete der gebürtige Düsseldorfer mit einer technischen Ausbildung bei Siemens, wo er 16 Jahre lang als Servicetechniker tätig war. 1997 kam er zu Plusnet, damals eine Tochter von Thyssen Telecom, die später an QSC ging und heute zum EnBW-Konzern gehört. Dort leitete er zunächst das Projekt- und Datenmanagement, später das Projektmanagement. Frank Lautenbacher lebt mit seiner Familie in Monheim am Rhein. Radfahren und Reisen zählen zu seinen liebsten Hobbies.

Plusnet hat ihr bundesweites Next Generation Network (NGN) – die Basis ihrer Telefonie-Services – in den vergangenen drei Jahren deutlich modernisiert.

Seit 15 Jahren betreibt unser Unternehmen – bis 2019 als Teil der QSC AG und inzwischen als  Tochter der EnBW –  ein sogenanntes Next Generation Network (NGN) zur modernen, paketvermittelten Telefonübertragung. Damit gehörten wir hierzulande nicht nur zu den Pionieren der IP-basierten Telefonie (Voice over IP, VoIP), sondern sind nach wie vor einer der wichtigsten Telefon-Carrier für das öffentliche Telefonnetz.

Weltweite Vernetzung bietet das Next Generation Network von Plusnet. Bild: © imaginima / Getty Images

Covid Lockdown erforderte Kapazitätserweiterungen

Nachdem wir vor eineinhalb Jahrzehnten unsere Infrastruktur zu VoIP und einem NGN umgebaut haben, hat sich seitdem diese neue Technologie in vielen kleinen Schritten weiterentwickelt. Entsprechend haben wir unsere Technik immer wieder auf den aktuellen Stand gebracht – z.B. durch viele Soft- und Firmware-Updates und -Upgrades unserer Übertragungs- und Steuerungskomponenten.

Doch natürlich ist es auch das Nutzerverhalten, das die Richtung vorgibt. Zum Beispiel registrierten wir während des ersten Lockdowns der Covid-Pandemie im Frühjahr 2020 ein deutlich gestiegenes Telefonieaufkommen vor allem im Home-Office: Während in den Haushalten normalerweise abends eifrig telefoniert wird, war das wegen des Lockdowns im Home-Office nun vor allem vormittags der Fall. Das führte glücklicherweise zu keinen Problemen, denn die Carrier waren in der Lage, sich auf diese neuen Peaks einzustellen und haben ihre Kapazitäten entsprechend schnell erweitert. Das galt auch für Plusnet.

Eines der leistungsfähigsten Backbones in Deutschland

Unabhängig von Pandemie-bedingten quantitativen Anpassungen haben wir in den vergangenen Jahren auch die Qualität erheblich erhöht. Ein Meilenstein war vor fünf Jahren die Erweiterung des Core Backbones auf 100 Gigabit pro Sekunde.

Damit haben wir eines der leistungsfähigsten Kernnetze Deutschlands erhalten, das neun Standorte (Köln, Düsseldorf, Hamburg, Berlin, Nürnberg, München, Stuttgart, zweimal Frankfurt) ringförmig miteinander verbindet und ein starkes Fundament für unsere NGN-Infrastruktur darstellt.

National und international bestens vernetzt

Vor rund drei Jahren haben wir damit begonnen, noch mehr Netzzusammenschaltungen auch außerhalb Deutschlands zu ermöglichen. So ist unser NGN jetzt mit rund 30 internationalen Carriern und 50 deutschen Carriern verbunden. Und wir sind dabei, uns weiter weltweit zu vernetzen.

Mit einer Vielzahl von Internet-Peering-Punkten kann Plusnet die Netze der regionalen Anbieter mit dem weltweiten Netz verbinden. Die Zusammenschaltung von Breitbandnetzen mit unterschiedlichsten Anforderungen – von Kupfer bis Glasfaser, lokal und überregional – ist tägliche Übung bei Plusnet.

10-Gigabit-Technologie stellt hohe Sprachqualität sicher

Bei der Verlinkung mit anderen Sprach-Carriern setzen wir inzwischen überwiegend auf 10-Gigabit-Links, die gegenüber der noch vorherrschenden Kupferinfrastruktur ein fast unvorstellbares Übertragungsvolumen ermöglicht: Über jeden 10-Gigabit-Link sind 80.000 parallele Telefonate realisierbar!

Neben dieser hohen Bandbreite stellen wir auch durch die Priorisierung der Sprachdaten eine gleichbleibend hohe Sprachqualität sicher: Mit dem sogenannten Quality-of-Service-Verfahren werden die Sprachdatenpakete über das Plusnet-NGN gegenüber anderen Daten priorisiert und so stets ohne Verzögerung übertragen.

Mittelfristig werden Glasfasern die Kupferleitungen ersetzen. Unser Mutterkonzern EnBW wird uns beim bundesweiten Ausbau eines eigenen Glasfasernetzes tatkräftig unterstützen, das dann durch Plusnet genutzt und betrieben wird.

Zentrale Komponenten und Systeme ausgetauscht

In den vergangenen zwei Jahren haben wir auch durch Rückenwind unserer Konzernmutter EnBW, zu der wir seit 1. Juli 2019 gehören, zentrale Komponenten und Software des Next Generation Networks ersetzen und teilweise erweitern können. Wir haben unsere Infrastruktur auf den neuesten Stand gebracht, unsere Kapazitäten verdreifacht und auch neue Features realisiert. Erneuert haben wir u.a.

  • den Soft-Switch, der im NGN für die Steuerung der Media-Gateways zuständig ist und daher die zentrale Intelligenz des Netzes darstellt
  • die Session Border Controller, die für die Sicherheit bei der Sprachkopplung mit externen Partnern und Kunden sorgen
  • die SIP-Server als Basis der virtuellen Telefonanschlüsse, die wir unseren Kunden anbieten.

Solche Modernisierungen sind u. a. notwendig, um das NGN gegen Angriffe von außen noch robuster zu machen. Und sie ermöglichen uns, weitere, neue Produkte einzuführen. So werden wir in Kürze einen SIP-Trunk launchen, der Microsoft Teams mit dem öffentlichen Telefonnetz verbindet und damit eine attraktive Alternative zu den von Microsoft selbst angebotenen Sprachdienstleistungen bietet.

Netzüberwachung mit dem Plusnet Monitoring-Portal. Bild: © Plusnet GmbH

Fortwährender Prozess der Modernisierung

Letztlich handelt es sich um einen fortwährenden Prozess der Weiterentwicklung, der niemals abgeschlossen sein wird. Aktuell sind wir zum Beispiel dabei, das VoIP-Monitoring zu verbessern, um Störungen schneller identifizieren und abstellen zu können.

Wichtig ist uns auch, dass wir uns nicht von einzelnen Lieferanten abhängig machen. So tendieren wir im Moment dazu, wieder mehr Komponenten europäischer Systemhersteller zu nutzen. Unser neuer Soft-Switch kommt beispielsweise von einem italienischen Netzausrüster.

Unser NGN bietet beste Sprachqualität, verfügt über höchste Stabilität, Abhörsicherheit und redundanz-gestützte Ausfallsicherheit. Die Verschlüsselungsoption unserer SIP-Trunks entspricht dem hohen deutschen Sicherheitsniveau. Daher möchten wir behaupten, dass unser Next Generation Network das Label „2.0“ verdient.

Großes Festnetztelefonie-Volumen über Plusnet

Mit 800 Millionen vermittelten Minuten pro Monat sorgen wir für einen wesentlichen Anteil der Festnetztelefonie in Deutschland. Etwa vier Millionen Telefonrufnummern und mehr als 250.000 Voice-over-IP-Anschlüsse werden im Netz der Plusnet aktiv genutzt.

Das NGN ist bundesweit ausgebaut und erstreckt sich über rund 200 Städte und Regionen. Zu unseren Kunden zählen nicht nur Unternehmen und Behörden, sondern auch große Service Provider und internationale Carrier, für die wir als Vorleistungsdienstleister tätig sind.

Next Generation Network von ausgereifter Qualität

Dank unserer 15jährigen Erfahrung haben wir das Know-how für den erfolgreichen Betrieb unseres Next Generation Networks im eigenen Haus. Wie so oft sind es auch bei uns vor allem kluge Köpfe, die dafür sorgen, dass die Technik läuft, die Infrastruktur stets up to date ist und die Produkte und Lösungen für Kunden und Partner attraktiv sind.

Hinter den Kulissen wirken zum Beispiel, um nur einige zu nennen: der langjährig erfahrene Voice-Planer Bernhard Gottschlich, der immer den Überblick über unser NGN behält, der VoIP-Entwickler Alexandr Dubovikov, der sich bei der Weiterentwicklung der Open-Source-VoIP-Projekte, wie zum Beispiel Kamailio oder Freeswitch, sehr stark engagiert und unser SIP-Trunk- Produktmanager Andreas Steinkopf, der unseren zahlreichen Partnern und Kunden unserer Technologievorteile aufzeigt.

Wir freuen uns, dass wir mit Unterstützung unserer starken Konzernmutter EnBW das NGN langfristig weiterentwickeln und bald zu einem Großteil über Glasfaser-Infrastruktur betreiben können.

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Veröffentlicht am 31. Mai 2021

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