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Plusnet auf der Angacom 2023

Open Access sichert schnellen Glasfaserausbau und fairen Wettbewerb


Autor des Beitrags

Dennis Knake (Jg. 1975) ist Senior Manager Unternehmenskommunikation der Plusnet GmbH. Von Mitte 2016 bis Ende 2022 war er als Communication Manager im Bereich Internet of Things (IoT) tätig. Von 2004-2016 verantwortete er als Pressesprecher der QSC AG (heute q.beyond) die ITK-Fachthemen und gestaltete maßgeblich die Social Media Strategie des Unternehmens mit. Der gelernte Redakteur arbeitete zuvor bei verschiedenen Tageszeitungen vor allem im Bereich Online-Produktion und schloss 2003 sein Volontariat bei einer großen deutschen Verlagsgruppe ab.

Die Angacom in Köln, die Leitmesse für “Breitband & Medien” war einst Schaulaufen der Kabelnetzbetreiber und Content-Lieferanten. Doch die Zeiten haben sich geändert. Glasfaser ist auf dem Vormarsch und löst das alte Kabelnetz als Breitbandmedium ab. Viele neue Player am Markt haben auch der Messe einen Aufschwung beschert. 470 Aussteller aus 35 Ländern präsentierten sich gegenüber 22.000 internationalen Besuchern. Das ist ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr und immer noch 10 Prozent Steigerung seit vor der Pandemie. Auch Plusnet war wieder vor Ort dabei.

Wichtig neben der reinen Ausstellung ist auf der Angacom auch das Kongressprogramm. Hier dominierte neben Content-Themen vor allem der Fortschritt beim Glasfaserausbau in Deutschland und die noch zu meisternden Hürden: Über 50 Milliarden Euro wollen die beteiligten Unternehmen hierzulande in den kommenden Jahren in den Ausbau investieren und damit 30 Millionen Glasfaseranschlüsse realisieren.

Gut besucht war der Plusnet Stand auf der Angacom 2023 in Köln. Foto: Dennis Knake/Plusnet
Gut besucht war der Plusnet Stand auf der Angacom 2023 in Köln. Foto: Dennis Knake/Plusnet

Was zunächst einmal gut klingt, zeigt sich in der Umsetzung aber komplexer. Rund 170 Unternehmen sind in Deutschland im Glasfaserausbau aktiv. Die große Mehrzahl dabei kleinere, regionale Anbieter. Lag beim Kupfer das Kabel größtenteils bereits in der Erde und musste sich seit der Liberalisierung des Telefonmarktes vor 25 Jahren nur noch unter regulatorischer Aufsicht der Bundesnetzagentur von allen Anbietern geteilt werden, sind die Vorzeichen bei der Glasfaser gänzlich andere: Die Leitungen sind noch nicht im Boden und die Unternehmen buhlen bereits im Vorfeld heftig um Kundschaft, damit sich der Ausbau für sie überhaupt lohnt.

Das führt zwangsläufig zu Schwierigkeiten: Die verständliche Erwartungshaltung der Kommunen und letztendlich der Kundschaft nach einem zügigen Ausbau und gleichzeitig die Schwierigkeiten, die so ein Ausbau mit sich bringt:

Ist das Finanzielle erst einmal geklärt und haben sich genügend Kunden für einen Anschluss entschieden, müssen die Bagger ran. Doch ganz so einfach ist das nicht. Neben den notwendigen Baugenehmigungen birgt auch jedes Gebiet, jeder Straßenzug individuelle Überraschungen die einen Ausbau verzögern können. Auch das Wetter spielt eine maßgebliche Rolle. Und als ob das alles noch nicht genug ist, kommt nun auch noch der Wettbewerb ins Spiel. Es “droht” der doppelte Ausbau der Glasfaser durch große Mitbewerber, die mit ihrer Marktmacht ein zweites Kabel neben das Erste legen und damit dem kleineren Anbieter im schlimmsten Fall den Businessplan zerstören. All das führt auch zu Verunsicherungen bei Kommunen und Bürgern.

Plusnet CEO Ulrich Hermann auf dem Angacom Panel
Angacom Panel "Kooperationsmodelle und Open Access". Moderiert von Tim Brauckmüller, Geschäftsführer atene KOM. Daneben (v.l.n.r.) Ulrich Hoffmann, CEO Plusnet, Stefan Holighaus, CSO&CMO, Mitglied der Geschäftsleitung DNS:NET, Arne Mietzner, Geschäftsführer wilhelm.tel, Ruben Queimano, CCO Deutsche Glasfaser und Dr. Sören Trebst, CEO 1&1 Versatel.

Angacom 2023: Ausreichend Wettbewerb gibt es nur mit Open Access

Fazit auf der Angacom 2023: Ohne Kooperationen wird das nichts mit dem schnellen Glasfaserausbau in Deutschland. Statt sich das Geschäft mit dem Verlegen teurer Glasfaser streitig zu machen, sollten alle Anbieter die Köpfe zusammenstecken und sich die Leitungen teilen. Open Access nennt sich das Modell. Dabei öffnen Leitungsinhaber ihre Glasfaser für andere Marktteilnehmer und umgekehrt. Das hat gleich mehrere Vorteile:

  • Der zu erwartende zusätzliche Traffic auf den Leitungen bedeutet eine höhere Auslastung und damit einen schnelleren Return on Invest für den Infrastrukturanbieter
  • Andere Anbieter bekommen auch ohne Eigenausbau Netzzugang und können ihre Geschäftsmodelle erweitern
  • Kunden haben eine größere Auswahl und profitieren von einer breiteren Angebotspalette

Zum Auftakt am ersten Messetag sprachen auf dem Angacom Panel “Kooperationsmodelle und Open Access” Marktteilnehmer dann auch über Wege und Möglichkeiten, wie diese Kooperationen gelingen könnten, darunter auch Plusnet CEO Ulrich Hoffmann.

In der Diskussionsrunde herrschte schnell Einigkeit: Wer jetzt nicht auf Kooperation und Open Access setze, wird es künftig schwer haben, sich am Glasfasermarkt zu behaupten. Das gelte besonders für die vielen kleinen lokalen Anbieter. Denn auch 25 Jahre nach der Liberalisierung habe der “Incumbent” – so die Umschreibung auf dem Panel für die Deutsche Telekom – einfach immer noch zu viel Marktmacht, als dass man sich Alleingänge leisten könne.

Nationale Lösung nur über gemeinsame Standards

Doch was bedeutet das für die Anbieter? Wie lässt sich Open Access möglichst schnell realisieren? In einigen wenigen Regionen im Lande die Netzöffnung für andere Anbieter bereits Realität. Auch in Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom. Das alles sind aber nur Insellösungen. Was fehlt, ist der große, nationale Wurf. Und damit der gelingt, müssen Standards her. Standards, die eine Zusammenschaltung aller Netze zwischen den Anbietern unkompliziert ermöglichen und Prozesse beschleunigen.

Plusnet ist hier Vorreiter und seit über zehn Jahren im Arbeitskreis Schnittstellen & Prozesse von VATM (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten) und BUGLAS aktiv an der Weiterentwicklung beteiligt. Der Arbeitskreis ist dabei hochoffiziell vom Gigabitforum der Bundesnetzagentur mandatiert. Ziel ist dabei nicht die Ablösung vorhandener Schnittstellen und Prozesse, sondern die Entwicklung einer modernen Schnittstellen-Architektur unter Berücksichtigung der Anforderungen bestehender sowie zukünftiger Infrastrukturen.

Gleichzeitig entwickelt Plusnet eine eigene Open Access Plattform namens “Netbridge”, diese soll Infrastrukturanbieter und -nachfrager gleich auf mehreren Ebenen zusammenbringen. Neben Netzzusammenschaltungen und Vorleistungen wie Bitstromzugang umfasst die Netbridge auch vielseitige Produktvorleistungen für Reseller und andere Anbieter, die Produkte “White-Label” also unter eigener Marke weiterverkaufen möchten, ohne dafür eigene Ressourcen aufbringen zu müssen.

Plusnet Netbridge: Mehr als nur Open Access
Plusnet "Netbridge" ist mehr als nur Open Access. Auszug aus einer Präsentation, die Plusnet auch auf der gleichzeitig zur Angacom stattfindenden E-world energy & water in Essen präsentierte. Grafik: Plusnet

Eigenwirtschaftlichen und geförderten Ausbau besser koordinieren

Wie die anderen Teilnehmer auf dem Panel auch, setzt Plusnet vor allem auf den eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau. Hier wünschten sich die Panelteilnehmer von der Politik vor allem eine bessere Verzahnung von eigenwirtschaftlichem und geförderten Ausbau. Überall dort wo Infrastruktur mit Steuergeldern verlegt werde, müsse auch eine Open Access Verpflichtung her, die allen Marktteilnehmern Zugang erlaubt. Grundsätzlich solle es aber jedem Anbieter der eigenwirtschaftlich ausbaut selbst überlassen werden, seine Netze anderen Anbietern zu öffnen. Mit Hinblick auf die erstrebenswerte Netzauslastung sei dies aber ohnehin das Gebot der Stunde.

Nicht reden, handeln!

Last but not least war man sich einig in der Forderung, jetzt endlich voranzuschreiten und sich bei den Verhandlungen um technische und vertragliche Standards bei Open Access nicht in endlosen Details zu verlieren. Denn dort, wo Open Access gelebt werde, sei auch das leidige Thema Überbau kein Problem mehr.

Veröffentlicht am 05. Juni 2023

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