FTTB (Fiber to the Building) – Glasfaser bis ins Gebäude erklärt

FTTB (Fiber to the Building) bezeichnet eine Glasfaser‑Anschlussart, bei der die Glasfaserleitung bis in ein Gebäude, beispielsweise in den Keller oder Technikraum, geführt wird. Die weitere Verteilung innerhalb des Gebäudes erfolgt häufig über bestehende Verkabelung wie Kupfer- oder Koaxialkabel.

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FTTB gilt als leistungsfähige Ausbaustufe im Glasfasernetz und liegt technisch zwischen FTTC (Glasfaser bis zum Verteiler) und FTTH (Glasfaser bis ins Haus). Es ermöglicht eine schnelle Erschließung von Gebäuden und bildet gleichzeitig die Grundlage für einen späteren Ausbau der Glasfaser bis in die Nutzungseinheiten.

Kurz zur Einordnung:

Bei FTTB endet die Glasfaser im Gebäude. Ob ein Anschluss technisch als FTTB oder FTTH einzuordnen ist, hängt wesentlich von der Umsetzung der Inhouse‑Verkabelung ab.

Was bedeutet FTTB (Fiber to the Building)?

FTTB ist eine Breitband‑Netzwerkarchitektur, bei der Glasfaserkabel bis zum Gebäude verlegt werden, um eine schnelle und stabile Anbindung herzustellen. Im FTTB‑Modell endet die Glasfaser an einem Verteilerpunkt bzw. Knotenpunkt im oder nahe am Gebäude. Von dort wird das Signal über vorhandene Kupferleitungen, Koaxialkabel oder interne Ethernet‑Netzwerke weiter in die Nutzungseinheiten verteilt.

Wie funktioniert die Datenübertragung in einem FTTB‑Netzwerk?

Die Datenübertragung in einem FTTB‑Netzwerk lässt sich in wenige, klar definierte Schritte gliedern:

Querschnitt Glasfaserkabel.
  1. Glasfaseranbindung bis zum Gebäude

    Das Netzwerk beginnt mit der Glasfaseranbindung vom zentralen Netzknoten bis in das Gebäude. Glasfaserkabel übertragen Daten als Lichtsignale (Lichtpulse) über große Entfernungen mit geringen Verlusten.

  2. Optische Konvertierung (Signalumwandlung)

    Am Übergabepunkt – entweder außerhalb oder in einem zentralen Verteilerraum im Gebäude – werden optische Signale in elektrische Signale umgewandelt. So können die Daten in das interne Gebäudenetz eingespeist werden, das häufig auf Kupfer/Ethernet basiert.

  3. Interne Verteilung im Gebäude (Inhouse‑Verkabelung)

    Die Verteilung erfolgt typischerweise über vorhandene Leitungen wie Kupferleitungen (z. B. Telefonleitungen / Ethernet), Koaxialkabel, oder über die bestehende interne Netzwerkverkabelung.

  4. Switching & Routing zu den Endgeräten

    Innerhalb des Gebäudes können Switches oder Router eingesetzt werden, um die Datenverbindungen effizient an die richtigen Endgeräte (z. B. Computer, Telefone, WLAN‑Access‑Points) weiterzuleiten.

Welche Vorteile bietet ein FTTB‑Anschluss? (Stärken & Grenzen)

Vorteile von FTTB

Ein FTTB‑Anschluss kombiniert die Leistungsfähigkeit der Glasfaseranbindung bis ins Gebäude mit einer kosteneffizienten Nutzung vorhandener Inhouse‑Strukturen. Dadurch lassen sich in vielen Gebäuden höhere Bandbreiten und eine stabilere Anbindung realisieren als bei rein kupferbasierten Anschlüssen.

Grenzen von FTTB

Die erreichbare Leistung hängt bei FTTB stark von der Inhouse‑Verkabelung ab. Die „letzte Strecke“ im Gebäude kann – je nach Qualität, Länge und Technik – zum begrenzenden Faktor werden. Genau deshalb ist FTTB eine eigenständige Ausbaustufe und nicht automatisch gleichzusetzen mit Glasfaser bis in jede Nutzungseinheit.

FTTB Anschluss im Vergleich zu anderen Glasfaser‑Ausbaustufen

Glasfaseranschlüsse werden häufig unter dem Sammelbegriff FTTx zusammengefasst. Entscheidend ist, wie weit die Glasfaser physisch geführt wird.

Unterschied zwischen FTTB und FTTC

Bei FTTC (Fiber to the Curb) endet die Glasfaser bereits am Straßenverteiler. Die Strecke bis ins Gebäude wird über Kupfer realisiert, was stärkere Abhängigkeiten von Leitungslänge und Störungen mit sich bringen kann.

FTTB geht einen Schritt weiter, indem die Glasfaser bis ins Gebäude geführt wird.

Unterschied zwischen FTTB und FTTH

Der wesentliche Unterschied zwischen FTTB und FTTH (Fiber to the Home) liegt in der letzten Strecke der Glasfaseranbindung.

  • FTTB: Glasfaser endet im Gebäude
  • FTTH: Glasfaser wird bis in die Nutzungseinheit geführt

Wann wird FTTB technisch zu FTTH?

Ob ein Anschluss als FTTB oder FTTH einzuordnen ist, hängt nicht nur von der Außentrasse ab, sondern maßgeblich von der Inhouse‑Verkabelung. Wird die Glasfaser auch innerhalb des Gebäudes bis zur Nutzungseinheit geführt, kann der Anschluss technisch als FTTH gelten.

Für welche Gebäude ist FTTB geeignet?

Mehrfamilienhäuser

FTTB eignet sich besonders für Mehrfamilienhäuser, da mehrere Nutzungseinheiten über einen zentralen Glasfaseranschluss versorgt werden können.

Büro‑ und Geschäftsgebäude

Auch Büro‑ und Geschäftsgebäude profitieren von FTTB, da eine leistungsfähige Glasfaseranbindung bis ins Gebäude die Grundlage für moderne IT‑ und Kommunikationslösungen schafft.

Wie wird ein FTTB-Anschluss verlegt?

Anbindung des Gebäudes an das Glasfasernetz

Das Gebäude wird über eine Glasfaserleitung an das öffentliche Glasfasernetz angebunden. Die Trassenführung erfolgt je nach Gegebenheiten unter‑ oder oberirdisch.

Gebäudeeinführung und Technikraum

Die Glasfaser wird in das Gebäude eingeführt und in einem zentralen Technikraum oder Keller terminiert.

Übergabepunkt und interne Weiterverteilung

Am Übergabepunkt wird die Glasfaser an die interne Netzwerktechnik übergeben. Die Weiterverteilung zu den Nutzungseinheiten erfolgt über die vorhandene Gebäudeverkabelung.

Häufige Fragen zu FTTB 

FTTB ist eine Glasfaser‑Anschlussart, bei der die Glasfaserleitung bis in ein Gebäude geführt wird.

Bei FTTB endet die Glasfaser im Gebäude, bei FTTH wird sie bis in die Nutzungseinheit geführt.

Ja, FTTB ist deutlich leistungsfähiger als DSL.
Im Gegensatz zu DSL, das vollständig auf Kupferleitungen basiert, kommt bei FTTB Glasfaser mindestens bis ins Gebäude zum Einsatz. Das sorgt für:

  • höhere Übertragungsraten
  • stabilere Verbindungen
  • geringere Latenzen

FTTB eignet sich daher besser für mehrere Nutzer, datenintensive Anwendungen und zukünftige Bandbreitenanforderungen.

Ja, FTTB nutzt Glasfaser bis ins Gebäude. Die interne Verkabelung beeinflusst jedoch die erreichbare Leistung.

Die Geschwindigkeit von FTTB hängt vom Ausbau und der eingesetzten Technik ab.
In der Praxis sind hohe Bandbreiten im Bereich mehrerer hundert Mbit/s bis zu 1 Gbit/s möglich.
Da die Glasfaser bis ins Gebäude reicht, bietet FTTB eine stabile Grundlage für hohe Geschwindigkeiten – auch bei steigenden Anforderungen.

Welche FRITZ!Box geeignet ist, hängt davon ab, wie der Anschluss in der Wohnung realisiert ist:

  • Erfolgt der Anschluss über DSL oder G.fast, eignen sich klassische DSL‑FRITZ!Boxen.
  • Erfolgt der Anschluss über Ethernet (z. B. über ein Glasfaser‑Modem im Gebäude), kann eine FRITZ!Box mit WAN‑Port genutzt werden.

Entscheidend ist also nicht FTTB selbst, sondern der Übergabepunkt in der Wohnung.

Für FTTB kommen unterschiedliche Router infrage, je nach Anschlussart:

  • DSL-/G.fast‑Router, wenn die letzte Strecke über Kupfer erfolgt
  • Router mit WAN‑Port, wenn das Signal per Ethernet in die Wohnung übergeben wird

Der Router muss zur verwendeten Zugangstechnik passen. Der Netzbetreiber gibt in der Regel vor, welche Router kompatibel sind.

In vielen Fällen ja. FTTB kann als Grundlage für einen späteren Ausbau zu FTTH dienen.

Nein, G.fast ist keine Alternative zu FTTB, sondern eine Technologie, die auf FTTB aufbaut.
Bei FTTB wird die Glasfaser bis ins Gebäude geführt. G.fast nutzt anschließend die vorhandenen Kupferleitungen im Haus, um hohe Geschwindigkeiten bis in die Wohnung zu ermöglichen.
FTTB ist damit die Grundlage. G.fast lediglich eine mögliche Ausbaustufe für die letzte Strecke.